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Anwalt ArbeitsrechtAnwaltskanzlei Wittibschlager, Rechtsanwaltskanzlei in Zürich

Arbeitsvertrag: Anwalt Arbeitsvertrag Zürich - Alles über den Arbeitsvertrag in der Schweiz:

Im folgenden möchten wir Ihnen einige Hintergrundinformationen zum Arbeitsvertrag anbieten:

Arbeitsverträge 

Ein Arbeitsvertrag ist eine Vereinbarung über ein Arbeitsverhältnis zwischen einem Arbeitgeber und einem Arbeitnehmer. Man nennt diesen Vertrag auch Einzelarbeitsvertrag (EAV). Ein Gesamtarbeitsvertrag (GAV) ist ein Arbeitsverhältnis zwischen Arbeitnehmer- und Arbeitgeber-vertretungen. Hierbei kommt das Privatrecht zur Anwendung. Dabei sind neben den Vorschriften des Obligationenrechts auch jene des Arbeitsgesetzes zu beachten. Mit dem Arbeitsvertrag verpflichtet sich der Arbeitnehmer zur Leistung von Arbeit auf eine bestimmte oder unbestimmte Zeit im Dienste des Arbeitgebers. Die Lohnzahlung ist die wichtigste Pflicht des Arbeitgebers. Ein EAV kann mündlich, d.h. formlos abgeschlossen werden. Wir empfehlen jedoch die Anwendung der Schriftlichkeit. Der Arbeitgeber jedoch muss die Arbeitnehmenden schriftlich über die wesentlichen Punkte des Arbeitsverhältnisses informieren. Der Einzelarbeitsvertrag ist formlos gültig (OR 320). 

 

In den Verträgen sind die gegenseitigen Rechte und Pflichten von Arbeitgebenden und Arbeitnehmenden festgelegt. Die gesetzlichen Grundlagen hierzu finden sich in den Artikeln des OR Art. 319 – 362. 

 

 Wichtige, verbindliche Regelungen im Einzelarbeitsvertrag

  • Persönliche Arbeitspflicht 
  • Sorgfalt- und Treuepflicht 
  • Rechenschafts- und Herausgabepflicht 
  • Überstunden 
  • Befolgung von Anweisungen 
  • Haftung von Arbeitnehmenden
  • Lohnzahlungspflicht 
  • Ausrüstung mit Arbeitsgeräten 
  • Schutz der Persönlichkeit 
  • Freizeit und Ferien 
  • Zeugnis 
  • Nichtantreten und Verlassen der Stelle 
  • Sondervergütung und Gratifikation 

Schriftlicher / Mündlicher Arbeitsvertrag

Schriftlicher / Mündlicher Arbeitsvertrag: Grundsätzlich ist der Arbeitgeber gesetzlich nicht verpflichtet, einen schriftlichen Arbeitsvertrag mit dem Arbeitnehmer abzuschließen. Es gibt keinen schweizerischen Gesetzesartikel, der die Schriftform für diesen arbeitsrechtlichen Vertrag vorschreibt. Aus diesem Grund ist eine mündliche Abrede genauso wie ein schriftlich festgesetzter Arbeitsvertrag gültig. Gemäß Art. 320 OR kommt sogar dann ein Arbeitsvertrag zustande, sofern der Arbeitgeber Arbeit in seinem Dienst auf Zeit entgegennimmt, deren Leistung nach den Umständen nur gegen Lohn zu erwarten ist. In der Schweiz sind schriftliche Arbeitsverträge die gängigste Methode der Vertragsschließung im Bereich des Arbeitsrechts, da diese Form für beide Parteien, sowohl für den Arbeitgeber als auch für den Arbeitgeber aus beweis technischen Gründen vorteilhafter ist. Als Anwälte für Arbeitsrecht raten wir unseren Klienten, falls diese noch keinen schriftlichen Arbeitsvertrag abgeschlossen haben, dies nachzuholen. Gerade kleine Firmen schließen lieber mündliche Arbeitsverhältnisse ab, da dann die Arbeitnehmer schwerer oder auch gar nicht die vereinbarten arbeitsrechtlichen Bedingungen wie die Zahlung des Weihnachtsgeldes, die Höhe des Lohns, Überstundenzahlungen etc. beweisen können.

 

Befristeter / Unbefristeter Arbeitsvertrag

Befristeter / Unbefristeter Arbeitsvertrag: Eine der wichtigsten Unterscheidungen beim Arbeitsvertrag ist die zwischen einem befristeten und unbefristeten Arbeitsverhältnis. Gemäß Art. 334 Abs. 1 OR endet ein befristetes Arbeitsverhältnis ohne Ausspruch einer ordentlichen Kündigung. Dem Arbeitgeber wie auch dem Arbeitnehmer steht aber jederzeit das Recht zur fristlosen Kündigung aus wichtigen Gründen zu. Das unbefristete Arbeitsverhältnis endet hingegen regelmäßig mit einer ordentlichen Kündigung. Diese Kündigung muss vom Arbeitgeber begründet werden, sofern dies der Arbeitnehmer verlangt. Im Übrigen finden die Kündigungsschutz-Vorschriften auf das befristete Arbeitsverhältnis aber keine Anwendung. Auch gibt es beim befristetet Arbeitsverhältnis keine Probezeit. Beim unbefristeten Arbeitsvertrag kann die Probezeit auf maximal drei Monate verlängert werden. Während dieser Zeit kann das Arbeitsverhältnis jederzeit mit einer Kündigungsfrist von sieben Tagen gekündigt werden. Desweiteren finden bei befristetet Arbeitsverträgen die Sperrfristen nach Art. 336 c OR, etwa bei Arbeitsunfähigkeit infolge Krankheit oder Unfall, keine Anwendung.